Archiv der Kategorie: Erlebtes

Pilgern – so kannten wir das noch nicht!

Erlebtes, Pilgern

Der Heilige Martin teilte seinen Mantel mit einem Bettler. Das ist der Grundstein des Martinstags.

Wir hatten kurze Zeit später, am Buß-und Bettag, unseren eigenen Martin vor der Tür. Er brauchte Hilfe, als er vor der Tür unserer Herbergsbetreuerin stand. Er war durchnässt bis auf die Knochen, da er die vergangene Nacht nur unter einer notdürftigen Unterstellung im Wald verbracht hatte.

Wir lauschten den Ausführungen unseres Pilger-Martins, welcher gerade einmal 36 Jahre jung ist. Wir fragten uns, was einen jungen Menschen ohne Konfession dazu bewegt, nach dem bestandenen Abitur, nach einem begonnenen und geschmissenen Studium, ohne Berufsabschluss, mit mehreren versuchten Arbeitsstellen jetzt den Pilgerweg nach Santiago de Compostela zu gehen?

Man sagt ja, der Weg ist das Ziel. Vielleicht ist es das? Vielleicht ist sein Ziel eine Erkenntnis „was will ich aus meinem Leben machen“? Er weiss es nicht und wir noch viel weniger.

Die Suche danach begann in Spremberg; ohne Geld, ohne Kommunikationsmittel, nur mit einigen persönlichen Sachen, einem Schlafsack und einer Gitarre. Seinem Ziel, Santiago, ist er ein Stück näher und heute kann er in unserem Pilgerquartier seine Sachen trocknen, sich etwas Essen kochen und dann mit dem Pilgersegen weiter ziehen.

Möge er nicht nur am Ende seines Weges ankommen, sondern auch später seine beruflichen Ziele erreichen.

Wir wünschen ihm Buen Camino!

Ab Ende Mai: Sperrung Mühlstraße in Schkeuditz

Erlebtes

Ab dem 27.05.2019 bis voraussichtlich zum Jahresende wird in Schkeuditz ein Teil der B 186 – die Mühlstraße – wegen Straßenbauarbeiten wieder vollständig gesperrt sein, weil die Decke grundhaft erneuert wird. Details werden auf der Schkeuditzer Stadtseite verraten (www.schkeuditz.de). Das erschwert die motorisierte Anreise aus dem (Leipziger) Norden nach Kleinliebenau.

Straßensperrung B 186

Die offizielle Umleitung führt über die Autobahn-Auffahrt Großkugel auf die A9 nach Süden …
… bis zur nächsten Ausfahrt Leipzig West / Merseburg (Günthersdorf/ nova eventis) und weiter über die B 181 (Dölzig), wo man dann wieder auf die B 186 trifft und von Süden her nach Kleinliebenau kommt.
… alternativ fährt man aus der Stadt kommend direkt über die B 181 nach Rückmarsdorf/ Dölzig und weiter auf die B186.

Die Anreise mit dem Rad von Leipzig über den Elsterradweg (Neue Luppe) ist unproblematisch – und ist bei schönem Wetter sowieso idyllischer. Per Rad von Schkeuditz kommend (S-Bahn, Straßenbahn) funktioniert sehr gut – man muss nur den Mühlberg (parallel zur Mühlstraße) herunterrollen …

Wir hoffen, das hält niemanden vom Kommen ab und freuen uns wie immer auf zahlreiche Gäste! Viele Grüße aus Kleinliebenau!

Ein Stein für den Pilgerweg

Erlebtes

Kürzlich bekam unser Verein einen „Pilgerstein“ geschenkt, von Familie Grätsch aus Lützschena. Sie hatten den Stein bei einer Wanderung an der Unstrut in der Nähe von Freyburg gefunden. Frank Grätsch hatte Lust auf Gestaltung, er sprach dazu: „Da ich mich schon immer einmal als ‚Steinmetz‘ probieren wollte und die Erzählungen unseres Sohnes Julius über die Pilgerwanderung auf dem Camino del Norte mich inspiriert haben, wählte ich die Jacobswegmuschel als Motiv für mein erstes Werk. Der Standort des Steines sollte in der Nähe unseres Wohnortes sein, und so war die Kirche in Kleinliebenau für uns naheliegend die beste Adresse.“

So bot er an, den Stein am Rittergutskirchlein zu platzieren, und freut sich, dass das geklappt hat. Zusammen haben wir den Ort am Schaukasten ausgewählt. Nun wartet der Stein darauf, dass ein paar Blümchen sich zu ihm gesellen …

Vielen Dank und Buen Camino, Cornelia und Frank Grätsch aus Lützschena!

3. Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit Bonn – Katowice 2018

Erlebtes

Geht doch! – Idzcie!“ – dieses Motto verbindet Menschen verschiedener Konfessionen. Sie haben Freude am Pilgern und setzen sich für den Klimaschutz in allen seinen Facetten ein. Diese Pilgerfreunde mit internationaler Beteiligung machten auf dem Wege von Merseburg nach Leipzig in Kleinliebenau halt, um der Seele und dem Körper eine Pause zu gönnen. Im Vorfeld hatten wir mit dem betreuenden Begleiter, Dr. Schikowski, alle Einzelheiten abgestimmt, sodass der „Einzug der 18 Pilger“ mit den entsprechenden Transparenten am Nachmittag des 21. Oktober ein richtiges Ereignis in Kleinliebenau war. Unser Kirchlein war ein guter Ort, um eine ökumenische Andacht zu halten, über die gemeinsamen Ziele zu diskutieren und neue Kraft zu schöpfen für den Weg bis nach Katowice.

Dort wird die am 3. Dezember 2018 beginnende und bis zum 14. Dezember dauernde Welt-Klimakonferenz zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens mit einer ökumenischen Abschlussveranstaltung von Pilgern aus der ganzen Welt konfrontiert mit dem Ziel, dass die Ambitionen der Staaten in ihren Klimaanstrengungen deutlich erhöht werden müssen.

„Generationsgerechte, nachhaltige Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können“ (Definition des Begriffes „Nachhaltige Entwicklung“ gemäß der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung WCED im Brundtland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ von 1987)

Geht Doch! Idzcie! (Oktober 2018) | Foto: Siegfried Adaschkiewitz

Am nächsten Morgen, nach dem gemeinsamen Frühstück und dem gemeinsamen Gottesdienst, wurde die Pilgergruppe von drei Leipziger Pilgerfreunden übernommen und nach Leipzig geführt. Von dort führt die geplante Pilgerroute über Dresden, Cottbus, Frankfurt(Oder), Potsdam, Berlin und bis nach Katowice. Dort wollen sie am 9. Dezember 2018 eintreffen.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Mitpilgern auf www.klimapilgern.de .

Ernestine Adaschkiewitz

Klimapilgern (Oktober 2018) | Foto: Siegfried Adaschkiewitz Klimapilgern (Oktober 2018) | Foto: Siegfried Adaschkiewitz

Pilgern ist nicht so einfach!

Erlebtes

Am 26.09.2018 fand in Schkeuditz eine Tagung der Fachkräfte der Sozialarbeit vom Landkreis Nordsachsen statt. Die „Neue Welle“, offene Kinder- und Jugendeinrichtung der Caritas in Schkeuditz, war Ausrichter der diesjährigen Tagung, welche unter anderem das Thema „Pilgern“ zum Inhalt hatte.

Da war die Idee von Andreas Pohle, Streetworker der „Neuen Welle“ ausgezeichnet, einen dazu passenden Diavortrag in unserer Rittergutskirche Kleinliebenau – dem Refugium zur Übernachtung von Pilgern auf dem ökumenischen Pilgerweg von Görlitz nach Vacha – zu halten.

Herr Pohle war schon mehrmals mit Jugendlichen unterwegs auf diesem Weg und zeigte anschaulich, welche Höhen und Tiefen von den jungen Menschen durchwandert wurden: nicht nur landschaftlich gesehen sondern auch emotional: schaffe ich das oder muss ich aufgeben? Diese Frage stellte sich so mancher der Jugendlichen.

Ich muss aus unserer Erfahrung als Herbergsbetreuer ergänzen, auch die Erwachsenen verzweifeln oftmals. Doch Kraft schöpfen alle mehr oder weniger auf dem Weg und aus dem zu erwartenden Ziel.

Als Kultur- und Pilgerverein möchten wir uns auf diesem Weg bei allen Teilnehmern für die kleine Spende am Schluss der Veranstaltung bedanken, die zur Unterstützung der Arbeit des Vereins und der Erhaltung der Rittergutskirche dient.

E. Adaschkiewitz