Es stand am dritten Januar-Sonntag ein Gottesdienst an, der bei jedem Teilnehmer das Herz höher schlagen ließ. Klein Valentin, der neue Erdenbürger, sollte in den Schoß der Kirche aufgenommen werden. Mutti, Vati und alle Gäste waren sehr gerührt, als Pfarrer Dr. Meißner den Taufspruch aus Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte. Er weidet mich auf einer grünen Aue“ vorlas und das Taufritual eindrucksvoll zelebrierte.
Wir schließen uns den guten Wünschen der Eltern und der Taufpaten an und wünschen Dir, lieber Valentin, alles Gute in Deinem weiteren Leben.
An dieser Stelle sollen wir auf Wunsch der Eltern des Täuflings noch ergänzen, dass alle Gäste voll des Lobes waren über das kleine Kirchlein, das so eine herzliche Atmosphäre bot. Einen besonderen Dank möchten sie an Pfarrer Dr. Meißner richten, der mit seinen wunderbaren Ausführungen die anwesenden Kinder so herzlich in das Taufritual mit einbezogen hat.
Es war ein unvergesslicher Tag für alle „Akteure“ und Gäste.
Taufe von Valentin, Januar 2018 | Foto: S. AdaschkiewitzValentin als Täufling | Foto: Fam. Amthor
Das Jahr 2017 ist nun vorbei und „zwischen den Jahren“ fand sich Zeit für ein bisschen Statistik:
Unser Verein hat aktuell wie schon seit Jahren 75 Mitglieder.
In 2017 gab es 16 kulturelle und 14 geistliche Veranstaltungen, deren Gesamtbesucherzahlen etwas unter den Zahlen der Vorjahre lagen. Im Pilgerquartier haben im Laufe des Jahres 264 Pilger übernachtet. Auch das sind nicht ganz so viele wie im Jahr zuvor.
Mit dem gestiegenen kulturellen Angebot im Leipziger Umland in den letzten Jahren steigen deshalb auch unsere Ansprüche und dies wird uns weiter Ansporn sein, unser kleines aber feines Kultur-Kirchlein auch 2018 wieder mit bezaubernden Konzerten, interessanten Lesungen und wunderbaren geistlichen Momenten zu erfüllen und uns über jeden Pilger zu freuen!
Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums lud der Kultur- und Pilgerverein am 31. Oktober zu einem Ökumenischen Gottesdienst in die Rittergutskirche nach Kleinliebenau ein. Das Besondere daran: Der evangelische Pfarrer Michael Markert und der katholische Geistliche Eberhard Thieme gestalteten diesen Gottesdienst gemeinsam in Form von Wechselgesprächen und einer Predigt. Ausgangspunkt der Gespräche war die Aussage von Pfarrer Thieme, dass wir das Reformationsfest als „Christusfest“ – 500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag – in Gemeinschaft von evangelischen und katholischen Christen begehen können, was bedeute, die Botschaft Jesu in den Blick zu nehmen und daraus neue und verbindende Wege zu finden. Schon jetzt verbinden beide Kirchen der christliche Glaube, das Lesen der Bibel und das Band der Taufe.
Die beiden Pfarrer bekräftigten ihre Einigkeit darüber, diese gemeinsamen Inhalte zu verstärken und ökumenisch zu fördern. Erklärtermaßen sei die Rittergutskirche Kleinliebenau dafür ein besonderer und guter Ort.
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch den Pilgerchor Kleinliebenau unter Leitung von Anette Ludwig und Thomas Pfeifer an der Orgel bereichert. Die zahlreichen Besucher verließen an diesem Nachmittag ermutigt und dankbar die Rittergutskirche.
Matthias Caffier
Pfarrer Thieme (kath.) und Pfarrer Markert (ev.) beim Wechselgespräch vor dem Altar der Rittergutskirche
Im Mai besuchte der Theaterwissenschaftler und Kulturjournalist Dr. Roland Dreßler erstmals eine Veranstaltung in der Rittergutskirche und machte sich dabei mit der Geschichte unseres Vereins und seiner Verdienste vertraut. Nach Hintergrundgesprächen mit Ernestine Adaschkiewitz und Matthias Caffier entstand sein Artikel für das Sachsen-Magazin Sachsenbummel.
Unser Kulturpilgerprojekt war 2016 als Beitrag zum Wettbewerb der Wüstenrot-Stiftung „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ mit einer Anerkennung ausgezeichnet worden. Im Frühjahr 2017 lud nun die Evangelische Akademie Bad Boll dazu ein, das Projekt im Rahmen der Demografie-Fachtagung „Kirchen schaffen neuen Raum – Sanierung, Umbau und Umnutzung von kirchlichen Gebäuden“ am 27. September 2017 ausführlich vorzustellen.
Wie können Kirchengemeinden, Bistümer, Landeskirchen und Diözesen angesichts sinkender Mitgliederzahlen künftig mit ihren Kirchen umgehen, wie können durch bauliche Veränderungen und neue Kooperationen von Kirche und Kommune inspirierende Orte für ein gelingendes Zusammenleben der Menschen in der Nachbarschaft entstehen?
Dies wurde im Tagungsprogramm anhand von vier hochinteressanten Beispielen – eines davon unsere Rittergutskirche – veranschaulicht, im Anschluss diskutiert und Empfehlungen gegeben:
Beispiel 1: Ein neues Herz für die Johanneskirche Kornwestheim (Nike Fiedler, Freie Architektin, Stuttgart)
Beispiel 2: Die Rittergutskirche Kleinliebenau/Sachsen – bürgerschaftliches Engagement und Fundraising schaffen eine Pilger-Herberge und eine neue Begegnungsstätte (Heike Sichting, Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau e. V.)
Beispiel 3: Q1 – Eins im Quartier. Haus für Kultur, Religion und Soziales im Westend, Bochum-Stahlhausen (Holger Nollmann, Pfarrer, Bochum)
Beispiel 4: Ideenaufruf: „Querdenker gesucht„: Neue Perspektiven für Thüringer Kirchen – eine Kooperation der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKMD) und der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen (Elke Bergt, Referatsleiterin Bau, Evangelische Kirche Mitteldeutschland, Erfurt)
Abschlusspodium: Handlungsempfehlungen zu Sanierung, Umbau und Umnutzung von Kirchengebäuden.
Es hat großen Spaß gemacht, unser Projekt den gut 60 interessierten Tagungsgästen vorzustellen, die Thematik zu diskutieren, und auch Gast der Evangelischen Akademie in Bad Boll zu sein.
Zum Tagungsort: Zwischen altem Baumbestand und den Streuobstwiesen der Voralb liegt am westlichen Ortseingang des Kurortes Bad Boll die Evangelische Akademie mit ihrem Tagungszentrum. 1945 gegründet, ist sie die älteste Evangelische Akademie in Deutschland. Hier gestalten 24 Studienleitende Tagungen zu offenen Fragen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Theologie. Die Akademie bietet ein ganz hervorragendes Ambiente, in dem christliche Werte, Toleranz und Nachhaltigkeit die Arbeit leiten. Die Angebote sind offen für jeden und ermutigen dazu, die Gesellschaft aktiv mit zu gestalten. Regenwasser- und Holzpelletnutzung, Solarstrom und Blockheizkraftwerk stehen für Nachhaltigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt. Die Akademieküche bringt Gastlichkeit und beste Qualität mit umweltbewusstem Wirtschaften in Einklang und wurde 2003 mit dem silbernen Biostar-Preis ausgezeichnet.
Die nähere Umgebung der Akademie wird von bunten Blumenwiesen geprägt, auf denen die Bienen Vorfahrt haben. Sie sorgen dafür, dass die zahlreichen Obstbäume Früchte tragen. Und von Bad Boll aus kann man den „Albtrauf„, die nördliche Kante der Schwäbischen Alb erwandern, Thermalquellen besuchen und vieles mehr …
Vielen Dank an das Team der Evangelischen Akademie, vor allem an Frau Dr. Ehlers und Frau Böld, für die hervorragende Organisation und die Gastfreundschaft!
Heike Sichting
Evangelische Akademie Bad Boll, Villa Vopelius | Foto: Heike SichtingEvangelische Akademie Bad Boll, Hauptbau | Foto: Heike SichtingEvangelische Akademie Bad Boll, Tagungs- und Gästehaus Südflügel | Foto: Heike SichtingEvangelische Akademie Bad Boll, Blumenwiese für die Bienen | Foto: Heike SichtingEvangelische Akademie Bad Boll, Blick ins Schwabenland | Foto: Heike SichtingEvangelische Akademie Bad Boll, vor der Tagung | Foto: Heike Sichting