Archiv der Kategorie: Vereinsleben

Internationaler Bauorden in Not – Hilferuf an Helfer!

Vereinsleben

Der Internationale Bauorden ist eine kleine Organisation, die Anderen hilft – beim Bauen. Auch unser Verein hat die Hilfe des Bauordens gespürt, als im Sommer 2007 der Rohbau des Pilgerquartiers hochzuziehen war, und auch im September 2010 griffen wir auf Helfer vom Bauorden zurück.

Internationaler Bauorden im August 2007 | Foto: Siegfried Adaschkiewitz

Um solche wertvollen Arbeits-Helfer zu akquirieren und organisieren, bedarf es der „Organisationszentrale“ des Bauordens. Die Bauhilfsprojekte in Mittel- und Osteuropa werden mit Geld für Baumaterialien und Werkzeug unterstützt. Die in deutschen Baucamps ohne Taschengeld arbeitenden jungen Freiwilligen aus Osteuropa erhalten einen Reisekostenzuschuss.

Nicht anders als unser Verein benötigt auch der Bauorden verlässliche Eigenmittel. Dabei ist er künftig mehr denn je auf Spenden und private Sponsoren angewiesen, weil es auch für den Bauorden von Jahr zu Jahr schwieriger wird, ohne Verluste über die Runden zu kommen: Spenden (vor allem Großspenden) gehen zurück, Zuschüsse der öffentlichen Hand werden weniger, und trotz des hohen persönlichen Einsatzes der Hauptamtlichen ist die Zukunft des Bauordens unsicher. Und es gibt im In- und Ausland noch so viele Projekte, die Hilfe verdienen, und es gibt so viele Freiwillige, die einen Teil ihrer Freizeit oder ihres Urlaubs für diese Hilfe opfern würden und tatkräftig zupacken wollen.

Die dem Bauorden zur Verfügung stehenden Mittel reichen dafür allein nicht aus. Ohne zusätzliche Spenden wird der Bauorden und damit dieses wunderbare Konzept der Hilfe auf Dauer nicht überleben können. Die Arbeit der Freiwilligen in den Baucamps vervielfacht jede Spende!

Wir werden als Verein die Kollekte des diesjährigen Weihnachtsgottesdienstes für die Arbeit des Bauordens spenden.

Wenn auch Sie helfen möchten: bitte auf das Spendenkonto der Sparkasse Vorderpfalz BLZ 545 500 10 Kontonummer 191 1711 80.
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Webseite des Internationalen Bauordens: www.bauorden.de

2. Preis im Landeswettbewerb

Vereinsleben

Wir freuen uns außerordentlich, dass unser Projekt der Sanierung der Rittergutskirche Kleinliebenau für den Anbau des Pilgerquartiers und die Gestaltung der Außenanlagen im Sächsischen Landeswettbewerb „Ländliches Bauen“ 2013 den 2. Preis in der Kategorie „Entwicklung dörflicher Freianlagen…“ bekommen hat.

Wir haben die Jury in mehreren Kategorien beeindruckt: mit der schonend instand gesetzten Kirche, der neuen kulturellen Nutzung, dem gelungenen Anbau des Pilgerquartiers und der Eingliederung in den Ort und das Geflecht des Jakobsweges.

Besondere Anerkennung haben die Freiflächen bekommen, die stellvertretend für alles Andere den Preis eingeworben haben:
„… schlicht und praktisch, aber auch originell und mit einer besonderen Botschaft: Das steinerne Monument der Kirche soll durch eine einladende Geste wieder an das Leben des Dorfes angeschlossen werden. Aus einfachstem Material entstand ein benutzbares Kunst-Werk. Es grenzt den Kultur-und  Pilgerort nicht mit einer Mauer ab, sondern umgibt ihn mit einem leichten hölzernen Rahmen. Er definiert einen Vorraum, dient als Sitzbank und führt als Steg um die Kirche. Auch das Pflanzkonzept zielt mit seinem Bezug zu den Jahreszeiten eher auf das Lebendige als auf das Dekorative. All das markiert den Ort als einen besonderen, ohne sich wichtig zu nehmen. Insgesamt überzeugt das Projekt von der Trägerschaft bis zum Detail. Es könnte Vorbild für andere dörfliche Initiativen sein.“ (Auszug aus der Broschüre zum Landeswettbewerb Ländliches Bauen 2013)

Begehung der Jury für den den Landeswettbewerb „Ländliches Bauen“ (August 2013) | Foto: Heike SichtingVerleihung des 2. Platzes des Landeswettbewerb „Ländliches Bauen“ (November 2013) | Foto: Heike SichtingVerleihung des 2. Platzes des Landeswettbewerb „Ländliches Bauen“ (November 2013) | Foto: Heike Sichting

Das alles wäre ohne das legendäre Kaffeetrinken von Gudrun Matschenz mit Barbara Steiner 2008 und der Folgeidee der „Neuen Auftraggeber“ wahrscheinlich nicht so weit gediehen. Großen Dank in diesem Zusammenhang auch an Ursula Quester als die Architektin des Pilger-Anbaus, an die Gestalter des „Lustganges“ Veronique Faucheur und Marc Pouzol vom Altelier Le Balto in Berlin und die Schöpfer unseres „Maxi-Werkzeug-Aufbewahrungs-Schrankes“ Holger Lindmüller und Gregoire Touré! Nicht vergessen werden soll in dieser Aufzählung das Planungsbüro Fiedler (posthum).

Wohnzimmer = Kultureventbaustelle

Vereinsleben

„Keine Ahnung was da auf uns zukommt! Aber: Ihr seid herzlich dazu eingeladen – und wie immer ganz spontan! Der Kulturpilger im Kleinformat!“ – mit diesen Worten lud Henrik überraschend in sein Wohnzimmer ein, um mit Gästen eine neue Form von Kunst zu erleben.

As far away as home, Paris - Warsaw 01 | Photos by J. C. (c) 2013
As far away as home, Paris – Warsaw 01 | Photos by J. C. (c) 2013

Sandino, Luka und Juliette, drei junge „Aktionskunst-Kuratoren“ aus der Schweiz und derzeit in Paris lebend, stellten auf einer Reise von Paris nach Warschau ein Ausstellungsprojekt des Niederländers Guido van der Werve anstelle einer musealen Präsentation vor. In den Wohnzimmern von Leuten, die sie mehr oder weniger zufällig auf der Strecke Paris-Warschau aussuchten. Und dazu gehörte das von Henrik.

As far away as home, Paris - Warsaw 02 | Photos by J. C. (c) 2013
As far away as home, Paris – Warsaw 02 | Photos by J. C. (c) 2013

Es ging um das jüngste Videowerk des Aktionskünstlers Nummer veertien, home (2012).
Die an sich einfache Idee des Künstlers ist es, sich „As far away as home“ („Genau so weit weg wie nach Hause“) schwimmend, laufend und radfahrend dem Thema „zu Hause“ (= home) anzunähern und dabei das Leben Frederic Chopins als roten Faden zu benutzen: von Warschau nach Paris, 1700 km.

As far away as home, Paris - Warsaw 03 | Photos by J. C. (c) 2013
As far away as home, Paris – Warsaw 03 | Photos by J. C. (c) 2013

Van der Werve selbst, als „thrillingly idiosyncratic artist“ beschrieben, lernten wir leider nicht kennen – dafür hatten wir einen sehr anregenden Abend mit den drei Wahl-Parisern, welche uns das Kunstwerk nahe brachten und mit denen wir über Kunst, Kultur, Pilgern und Gott und die Welt philosophierten.

As far away as home, Paris - Warsaw 04 | Photos by J. C. (c) 2013
As far away as home, Paris – Warsaw 04 | Photos by J. C. (c) 2013

Für Interessenten gibt es unten  den Verweis auf die Webseite der Schweizer Galerie, welche das Kunstwerk kuratiert. Dort kann man auch ein Dossier zum Kunstwerk herunterladen. Und auf unseren Fotoseiten drei Bilder vom Abend, aufgenommen von Profi-Fotografin J. C.

www.neuegalerie.ch

„Fiedel, du fehlst uns!“

Vereinsleben

Nachruf auf unseren Bauleiter Jörg Fiedler

Vor wenigen Tagen erreichte uns die bittere Nachricht, dass unser Bauleiter Jörg Fiedler mit nur 55 Jahren am 19. August verstorben ist.

Ein Schock. Sprachlosigkeit. Trauer.

Bauleiter Jörg Fiedler

Vor sechs Jahren lernten die Mitglieder unseres Kultur- und Pilgervereins Herrn Jörg Fiedler und seine Frau Annett Preiß kennen – kurz: das Planungsbüro Fiedler. Zu dieser Zeit suchten wir dringend einen neuen in der Denkmalpflege kompetenten Bauleiter, da wir uns von unserem bisherigen Bauingenieur trennen mussten. Wir befanden uns mitten im Bauprozess und waren glücklich, dass sich das Planungsbüro Fiedler schnell entschied, die Bauplanung und Bauüberwachung an der Rittergutskirche zu übernehmen.

Das Miteinander-Bauen beflügelte unsere Gemeinschaft im Verein. Gemeinsam beratschlagten wir mit der Denkmalpflege des Landkreises, externen Fachleuten und Vertretern der Baufirmen über die zu bewältigenden Aufgaben. Zu allen Problemen mit der Restaurierung unseres Kirchleins gab es viele Meinungen und Lösungsansätze. Das muss man erst einmal aushalten: als Verein und als Bauleiter. Das waren bewegte Zeiten, gerade weil wir viel kommunizierten und um die beste Baulösung gerungen haben. Gerade in diesem Gemeinschaftsprozess wuchsen wir zusammen: der Verein mit vielen engagierten ehrenamtlichen Bauleuten, die Mitglieder des Vorstandes und unser leidenschaftlicher Bauleiter Jörg Fiedler, von uns kurz Fiedel genannt.

Fiedel erlebten wir als einen zuverlässigen, rührigen, experimentierfreudigen und an der Rittergutskirche sowie seiner Inhaber interessierten Architekten und Bruder im Geiste. So konnte es passieren, dass man ihn mit Bandoneon und alten folk- und volkstümlichen Gesängen auf unseren Festen antraf: humorvoll, sinnierend, originell. Fiedel hatte seinen Platz in unserer Gemeinschaft. Alles das deutet nur unseren Verlust an. Annett Preiß schrieb mir heute: „Jörg hat sich bei Euch immer wohl gefühlt… Wir wurden immer sehr herzlich bei Euch aufgenommen – es war eine schöne und interessante Zeit mit Euch – voller guter Begegnungen.“ Das können wir ebenso über die gemeinsame Zeit mit Jörg Fiedler und seiner Frau Annett Preis sagen.

Und so kann ich als Vorsitzender der bunten Kulturpilgertruppe unserem Bauleiter nur nachrufen: „Fiedel, du fehlst uns!“

Henrik Mroska

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Baureferenzen (in Auszügen) von Herrn Jörg Fiedler

Rittergutskirche Kleinliebenau (2000/ bis 2011)
Augusteum / Predigerseminar, Lutherstadt Wittenberg (2007 bis 2010)
Bauensemble Eisenhart, Wörlitzer Anlagen (2005 bis 2008)
Bischofskurie am Naumburger Dom (2008 bis 2009)
Schlosskirche, Lutherstadt Wittenberg (2007 bis 2009)

Verein nimmt erste Hürde beim Landeswettbewerb Ländliches Bauen

Vereinsleben

Der Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau e.V. bewarb sich im Frühjahr für die Teilnahme am Landeswettbewerb Ländliches Bauen, der vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft seit 1993 alljährlich ausgelobt wird. Bei diesem Wettbewerb geht es um die Würdigung von Leistungen im Zusammenhang mit dem Erhalt und der Umnutzung von dörflicher Baukultur.

Am Dienstag, den 06.08.2013 empfing der Verein die Jury des Landeswettbewerbes in der Rittergutskirche Kleinliebenau. Lesen Sie alles über den spannenden Besuch im LVZ-Artikel von Roland Heinrich.

LVZ_20130808LVZ am 08.08.2013, Text: Roland Heinrich, Foto: Michael Strohmeyer