Thomas Nitschke – Die Gartenstadt Hellerau

anders UNTERWEGS. Geschichte der "Pädagogischen Provinz". Thomas Nitzschke liest aus seinem neuen Buch. Gemeinschaftsveranstaltung mit dem THELEM Verlag anlässlich der Buchmesse 2020. Eintritt frei
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Die Gartenstadt Hellerau | Grafik Thelem Verlag1902 verkündete die schwedische Reformpädagogin Ellen Key das "Jahrhundert des Kindes". Zwölf Jahre später brach jedoch der Erste Weltkrieg aus und diesem folgte – unterbrochen von einer nervösen und hektischen Zwischenkriegszeit – der durch Deutschland verursachte "Höllensturz". Das Entsetzen über das Geschehene wurde durch die Gründung der zwei deutschen Staaten zu kompensieren versucht, bis im Oktober 1989 ostdeutsche Demonstranten eine Friedliche Revolution wagten und politische Kleingeistigkeit und die staatliche Willkür mit Vernunft und mit Gewaltlosigkeit besiegten. Vor diesen Ereignissen aber gab es bereits die Idee der humanistisch intendierten "Pädagogischen Provinz". Diese Idee  - von Goethe und von Hermann Hesse literarisch beschrieben – war einst im "Jungen Hellerau" beheimatet. Die Nationalsozialisten und die Machthaber im real existierenden Sozialismus förderten diese Idee bewusst nicht, doch auch die Befürworter einer neoliberalen Gesellschaft und "marktkonformen" Demokratie weigern sich, die Selbstbestimmtheit und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen anzuerkennen und gerecht zu fördern. Dieses Buch zeichnet die wechselvolle Geschichte der Hellerauer pädagogischen Unternehmungen in ihrer Blüte und in ihrem Scheitern nach und zeigt, dass es eine länger währende wahrhaftige "Pädagogische Provinz" wahrscheinlich nie geben wird, dass aber zu allen Zeiten und manchmal im Verborgenen "Abkömmlinge" und "Gesandte" diese Idee leben und sich für sie engagieren.