Veranstaltung
 

anders UNTERWEGS | “Grenzenlos” – Weltumradlung

Am Samstag den 27.04.2013
Start: 16:00 Uhr
Ende: 18:00 Uhr
 

48.000 km auf 5 Kontinenten. 4 Jahre Abenteuer. "Von Überfall bis Herzlichkeit".
Vortrag von Wi+Gi Hofmann. Eintrittspflichtig.

Zusammen 101 Jahre alt und dann dies: 4 Jahre radelten die Sonneberger Gisela und Wilfried Hofmann einmal um die ganze Welt – über Arabien und Asien erst bis ans Ende der Welt nach Neuseeland, um – auf der anderen Seite angekommen – weiter über Süd – und Mittelamerika und Afrika zurück in die Heimat zu pedalen. 48 Tausend km Erlebnisse auf allen 5 Kontinenten warteten auf die beiden. Grenzerfahrungen, intensive Eindrücke, die unmittelbare Nähe zu den Menschen unterwegs prägten diese außergewöhnliche Fahrradtour. Von Herzlichkeit bis Überfall reicht die bunte Welterzählpalette.

Überquerung von einem Andenpass auf 3500m - Foto Wilfried HofmannWeltumradlungWeltumradlungGrenzenlos Weltumradlung Plakat  - Gisela und Wilfried Hofmann

 

Berauschende Bilder vermitteln diese Weltumradlung. Wer diesen Vortrag erlebt, wird ihn so schnell nicht vergessen! Es geht um spannende, gefährliche und kuriose Erlebnisse, um ein Versprechen, um Gastfreundschaft, aber es geht auch um das Kennenlernen der eigenen Grenzen bei Hitze, extremen Anstrengungen und Abwesenheit jeglichen Komforts.

Ob Indien, Jemen, Nepal, Iran, Australien, Brasilien, Kuba, Sudan, Kenia oder die vielen anderen beradelten Länder, jedes Land war ein Erlebnis der besonderen Art.
Es geht dabei auch um reichlich persönliche Eindrücke und Beobachtungen, authentische Emotionen und Situationen des Augenblicks. Das komische dabei. Gedanklich beschäftigt man sich später viel öfter mit den Problemländern. Schönländer sind halt nur schön!

Bewundern oder für verrückt erklären, das ist hier die Frage. Die kurze Bilanz in Zahlen lässt die Weltumradlungs – Dimensionen bestenfalls erahnen:
25 000 digitale Bilder in 4 Jahren. 600 Lagerfeuer am Zelt. 1200 Liter Tee, 2000 Tassen Kaffee, um die 1500 Moskitostiche. Zwischen eisigen Minus 21 und glutheißen 47 Grad im Schatten. 30 gewechselte Bremsbeläge, mindestens ebenso viele geflickte Löcher. Zusammen fünf Mal Blut gespendet, sechs Mal beklaut, einmal überfallen am kenianischen Strand zum Indischen Ozean. Dabei aber stets unvergessen. Unzählige Menschen haben den beiden Radlern geholfen.

Das Fazit dieser außergewöhnlichen 4 jährigen Tour: "Bei all den Erlebnissen über die vier Jahre wurde uns immer bewusster, wie kurz unsere Zeit auf diesem Planeten ist und wie klein und unwichtig wir doch eigentlich sind. Zwei radelnde Sandkörner in Raum und Zeit…"

Die Hofmanns garantieren den Besuchern keinen Muskelkater. Radeln müssen ja nur sie. Zwei radelnde Sandkörner freuen sich aber auf die Begleitung durch Raum und Zeit.

Veranstaltung
 

„Reichtum des Erlebens“

Am Sonntag den 21.04.2013
Start: 16:00 Uhr
Ende: 18:00 Uhr
 

Konzert für Orgel und Saxophon mit Matthias Mück und Warnfried Altmann

Veranstaltung
 

Stabat Mater

Am Freitag den 29.03.2013
Start: 17:00 Uhr
Ende: 19:00 Uhr
 

Pergolesi / Adaption von Johann Sebastian Bach mit Capella Via Regia
Musikalische Leitung: Otto-Georg Moosdorf
Geistliches Wort: Pfarrer Dr. Meißner

“Ich bleib lieber hier – Auf dem Jakobsweg durch Sachsen”

Erlebtes

Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke | Foto: Holger Simmat 03Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke - Foto Holger Simmat 07Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke - Foto Holger Simmat 06Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke - Foto Holger Simmat 04

Hape Kerkelings Pilgerbuch kennt fast jeder. Er schrieb vor mehreren Jahren über seine Pilgerreise, die viele Menschen begeistert hat. Hape war „dann mal weg“. Um jedoch wegzukommen, fuhr er wahrscheinlich zunächst mit dem Zug von seiner Heimatstadt aus westwärts bis in die Pyrenäen. Von dort pilgerte er auf dem spanischen Teil des Jakobsweges bis zur Kathedrale von Santiago de Compostela, die sich nur wenige Kilometer entfernt vom Kap Finisterre, dem Ende des Jakobsweges und dem früheren Ende der Welt, befindet. Die Vorstellungen von der Gestalt der Erde haben sich seit dem Ende des Mittelalters jedoch geändert, denn wenn heute jemand vom „Ende der Welt“ spricht, denkt er wohl zuerst an den Osten und erst dann an die Himmelsrichtung, in der die Sonne untergeht. Ich habe Hapes Buch gelesen und zum Nachschlagen in meinen Rucksack gesteckt, als ich, wie er, an einem Sonntagvormittag in meiner Heimatstadt einen Zug besteige. Im Gegensatz zu ihm fahre ich jedoch ostwärts und gelange nach Görlitz, dem Ausgangspunkt meiner zehntägigen Reise. Dabei hätte ich eigentlich bis in die Ukraine fahren müssen, denn die mittelalterlichen Pilger waren einst von Kiew aus quer durch Europa gelaufen. Das Mittelalter, in dem erwartet wurde, dass ein Pilger die vor ihm liegende Strecke zu Fuß bewältigt und dass er dafür mehrere Monate benötigt, ist längst vorbei. Ich habe nur zehn Tage Zeit, auch bin ich eher atheistisch gesinnt und kein Mönch, der von seinem Abt zur spirituellen Weiterbildung zum Pilgern geschickt wurde. Was suche ich also auf dem Jakobsweg? Warum mache ich diese Reise?

Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke - Foto Holger Simmat 01Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke - Foto Holger Simmat 11Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke - Foto Holger Simmat 02Auf dem Jakobsweg durch Sachsen mit Thomas Nitschke - Foto Holger Simmat 12

Ich weiß, dass die Pyrenäen höher sind als die in der Oberlausitz liegenden Königshainer Berge, ebenso bin ich mir sicher, dass der gewiss nicht kleine Dom von Bautzen nicht mit der Größe und der Erhabenheit der Kathedrale von Burgos mithalten kann. Mir ist klar, dass die im Norden von Spanien liegenden Städte Pamplona, Logrono und Leon bedeutender klingen als die sächsischen Städte Strehla, Dahlen oder Weißenberg. Auch die am spanischen Pilgerweg stehende Brücke Puente la Reina wird dem in Westeuropa kultivierten Bildungsbürger mehr sagen als die bei Wurzen stehende Muldenbrücke. Und dennoch, trotz dieser Vorbehalte werde ich zehn Tage auf dem sächsischen Teil des Jakobsweges laufen. Ich werde wahrscheinlich weniger Pilger als auf dem spanischen Teil der Via Regia treffen, dafür aber souverän über Raum und Zeit verfügen sowie Ziele, Routen und Pausen selbst wählen. Ich werde in meinem Tempo zweihundert Kilometer pilgern und mir Zeit nehmen für die am Weg wohnenden Menschen und die Natur. Ich werde die durch das Pilgern erzeugte Entschleunigung sowie die bewusst genommene Auszeit vom Alltag genießen und mich nicht gegen den Staub der Straßen wehren. Ich werde ihn annehmen und ihn abends in meiner Lunge und an meinen Beinen spüren. Ich werde durch die sächsische Heimat pilgern und als ein solcher mit einem neuen ungewohnten Blick auf die mich umgebende Landschaft sowie auf die mich empfangende Städte schauen. Dabei hoffe ich auf neue Einsichten und Erkenntnisse, hatte ich doch als Sonntagstourist die meisten Städte bereits besucht.Die Pilgertour wird mich von Görlitz über die Königshainer Berge bis nach Bautzen führen. Von dort immer westwärts bis nach Kamenz und Großenhain und schließlich bis in die Leipziger Tieflandsbucht. Ich werde mit der Elbe und der Mulde die beiden größten sächsischen Flüsse überqueren, bevor ich Leipzig, die Heldenstadt der friedlichen Revolution von 1989, erreiche. Von dort sind es nur wenige Kilometer bis zum Dorf Kleinliebenau, dem Ziel meiner Reise.

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